Die kurze Antwort
Eine Übersichtsarbeit von 2022 fand unter GLP-1-Medikamenten ein höheres Risiko für Probleme der Gallenblase oder Gallenwege. Die absolute Zunahme insgesamt war deutlich kleiner, als die relative Risikoangabe vermuten lassen könnte.
Was wurde ausgewertet?
Die Forschenden fassten 76 randomisierte Studien mit 103.371 Erwachsenen zusammen. Die Suche berücksichtigte Erkenntnisse bis Mitte 2021, darunter Diabetes- und Gewichtsabnahmestudien.
Relatives Risiko und absolute Gesamtdifferenz sind unterschiedliche Messgrößen
Relatives Gesamtrisiko
1,37
Zusätzliche Ereignisse pro 10.000 Personen und Jahr
27 (Spanne 17–38)
Eigene Grafik auf Grundlage der Studie.
| Gruppe oder Messgröße | Ergebnis |
|---|---|
| Relatives Gesamtrisiko | 1,37 |
| Zusätzliche Ereignisse pro 10.000 Personen und Jahr | 27 (Spanne 17–38) |
Was hat sich verändert?
Über alle Studien hinweg betrug das relative Risiko 1,37: eine relative Zunahme um 37 %, keine Wahrscheinlichkeit von 37 %, ein solches Problem zu entwickeln.
Der geschätzte absolute Unterschied betrug 27 zusätzliche Ereignisse pro 10.000 für ein Jahr behandelte Personen, bei einer berichteten Spanne von 17–38. Diese Gesamtschätzung ist weder eine persönliche Vorhersage noch eine Schätzung ausschließlich für Gewichtsabnahmestudien.
In den Gewichtsabnahmestudien war die relative Zunahme größer.
Was schränkt das Ergebnis ein?
Die meisten Studien waren nicht speziell auf die Erfassung dieser Ereignisse ausgelegt. Diese könnten deshalb unvollständig berichtet worden sein. Individuelle Patientendaten standen nicht zur Verfügung.
Was sich daraus ableiten lässt
Relatives und absolutes Risiko sollten gemeinsam betrachtet werden. Diese historische Übersicht kann nicht belegen, dass heute für jeden Wirkstoff, jede Dosis und jede Person dasselbe Risiko gilt.
Quellen
He and colleagues, JAMA Internal Medicine, 2022. Unterstützt durch öffentliche und akademische Forschungsförderung aus China.