Die Kernaussage
Zwei kleine Studien zeigten, dass Menschen unter oralem Semaglutid bei überwachten Testmahlzeiten weniger aßen. Sie liefern Hinweise zum Appetit, keine tägliche Kalorienvorgabe.
Eine 20-wöchige Studie
Die Forschenden teilten 61 Erwachsene mit Adipositas nach dem Zufallsprinzip oralem Semaglutid mit Steigerung auf 50 mg täglich oder Placebo zu. Unter Semaglutid berichteten die Teilnehmenden weniger Hunger, mehr Sättigung und weniger Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln.
Bei der Veränderung der Energieaufnahme zum Mittagessen betrug der Unterschied zugunsten von Semaglutid 39,2 Prozentpunkte. Verglichen wurden Veränderungen gegenüber der Ausgangsaufnahme jeder Gruppe bei einem einzelnen Testmittagessen. Das bedeutet nicht, dass alle täglich 39,2 % weniger Kalorien zu sich nahmen.
Verdauungsbeschwerden betrafen 17 von 30 Teilnehmenden unter Semaglutid gegenüber 10 von 31 unter Placebo. Novo Nordisk finanzierte die Studie.
Nicht direkt vergleichbar; keine der Größen ist eine tägliche Kalorienvorgabe
20-wöchige Studie: Unterschied der Veränderung beim Mittagessen
39,2 Prozentpunkte
12-wöchige Crossover-Studie: Aufnahme an einem Testtag
38,9 % niedriger
Eigene Darstellung auf Grundlage der unten zitierten Studien.
| Gruppe oder Messgröße | Ergebnis |
|---|---|
| 20-wöchige Studie: Unterschied der Veränderung beim Mittagessen | 39,2 Prozentpunkte |
| 12-wöchige Crossover-Studie: Aufnahme an einem Testtag | 38,9 % niedriger |
Eine frühere Diabetesstudie
15 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes erhielten in getrennten 12-wöchigen Phasen orales Semaglutid mit Steigerung auf 14 mg täglich und Placebo. Bei 13 auswertbaren Teilnehmenden war die Aufnahme beim Testmittagessen, Abendessen und bei Zwischenmahlzeiten um 38,9 % niedriger unter Semaglutid.
Verdauungsbeschwerden waren häufiger. Ein Herzinfarkt während der Semaglutid-Behandlung führte zum Abbruch; die Studie kann keinen ursächlichen Zusammenhang belegen.
Was bleibt unklar?
Beide Studien waren klein und kurz. Kontrollierte Mahlzeiten bilden das Essen im Alltag nicht ab. In der früheren Studie hielten Gewichtseffekte zudem über die Behandlungsphasen hinweg an. Keine der beiden verglich Tabletten direkt mit Injektionen.