Die kurze Antwort
Diese kleine pädiatrische Studie belegte keinen zusätzlichen Gewichtsvorteil. Ein Ergebnis zum Appetit war interessant, aber weniger aussagekräftig.
Wer wurde untersucht?
Das Prader-Willi-Syndrom ist eine genetische Erkrankung, die mit starkem Hunger und Schwierigkeiten bei der Kontrolle der Nahrungsaufnahme verbunden ist.
Die Forschenden randomisierten 56 Kinder und Jugendliche im Alter von 6–17 Jahren; 55 gingen in die Hauptanalyse ein. Die Teilnehmenden erhielten täglich Liraglutid oder Placebo zusammen mit strukturierter Ernährungs- und Bewegungsbegleitung.
Nach 16 Wochen endeten die Placebo-Injektionen. Liraglutid wurde bis Woche 52 fortgeführt.
Primärer Endpunkt und explorative Appetitbefunde sind getrennt zu betrachten
Primärer BMI-Endpunkt
Kein klarer Vorteil
Appetitwerte in Woche 52
Explorative Befunde bei Jugendlichen
Studiendesign
Placebo-Injektionen endeten nach Woche 16
Eigene Darstellung auf Grundlage der Studie.
| Gruppe oder Messgröße | Ergebnis |
|---|---|
| Primärer BMI-Endpunkt | Kein klarer Vorteil |
| Appetitwerte in Woche 52 | Explorative Befunde bei Jugendlichen |
| Studiendesign | Placebo-Injektionen endeten nach Woche 16 |
Was ergab die Studie?
Beim primären Endpunkt, dem nach Alter und Geschlecht angepassten BMI, schnitt Liraglutid nicht eindeutig besser ab als die Vergleichsgruppe. Auch andere Gewichtsmessungen zeigten keinen klaren Vorteil.
Einige Appetitwerte verbesserten sich bei Jugendlichen in Woche 52. Das war jedoch ein explorativer Befund nach Entblindung der Behandlung, bei dem viele Vergleiche geprüft wurden.
Was lässt sich daraus mitnehmen?
Ergebnisse zur häufigen Form der Adipositas lassen sich nicht automatisch auf eine bestimmte genetische Erkrankung übertragen. Eine kleine negative Studie kann umgekehrt nicht jeden möglichen Nutzen ausschließen.
Verdauungsbeschwerden und Unterzuckerungen traten auf. Unterschiedliche Behandlungsdauern erschweren Sicherheitsvergleiche.
Novo Nordisk finanzierte, plante und führte die Studie durch.
Quellen
Diene and colleagues, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2022