Die kurze Antwort
Zusätzliches Liraglutid half Erwachsenen mit Basalinsulintherapie, mehr Gewicht abzunehmen. Die Insulindosis wurde während der gesamten Studie angepasst.
Wer nahm teil?
Die Forschenden teilten 396 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas und Typ-2-Diabetes nach dem Zufallsprinzip einer 56-wöchigen Behandlung mit täglich 3 mg Liraglutid oder Placebo zu. Beide Gruppen erhielten intensive verhaltensbezogene Unterstützung.
Prozent des Ausgangsgewichts; beide Gruppen erhielten verhaltensbezogene Unterstützung
Eigene Darstellung auf Grundlage der Studie.
| Gruppe oder Messgröße | Ergebnis |
|---|---|
| Liraglutid 3 mg täglich | 5,8 % |
| Placebo | 1,5 % |
Was geschah?
Die durchschnittliche Gewichtsabnahme betrug 5,8 % mit Liraglutid gegenüber 1,5 % mit Placebo. Etwa 52 % gegenüber 24 % verloren mindestens 5 % ihres Ausgangsgewichts.
Auch die Blutzuckereinstellung verbesserte sich mit Liraglutid stärker. Die durchschnittliche Insulindosis stieg in beiden Gruppen, unter Liraglutid jedoch weniger: um ungefähr 3 gegenüber 18 Einheiten täglich.
Welche Nachteile gab es?
Verdauungsbeschwerden betrafen etwa 62 % gegenüber 47 %. In beiden Gruppen hatten rund 72 % Unterzuckerungen; schwere Episoden traten in beiden Gruppen auf.
Diese Ergebnisse wurden bei Blutzuckerkontrollen und ärztlich angepasster Medikation erzielt. Sie zeigen nicht, was passiert, wenn jemand Liraglutid einfach zu einer unveränderten Insulintherapie hinzufügt.
Die meisten Teilnehmenden schlossen die Nachbeobachtung ab; fehlende Messwerte wurden geschätzt. Die Studie bildet Menschen mit Typ-1-Diabetes nicht ab.
Novo Nordisk finanzierte die Studie und war an Planung, Auswertung und Berichterstattung beteiligt.
Eine frühere Studie zur Kombination mit Insulin
Eine kleine chinesische Studie von 2012 verglich bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und abdominaler Adipositas zusätzliches Liraglutid mit einer Steigerung der Insulintherapie. 90 Personen nahmen teil; die berichteten Ergebnisse beziehen sich auf 84 Personen, die die Studie abschlossen, jeweils 42 pro Gruppe.
Nach 12 Wochen war das Gewicht mit der Liraglutid-Strategie im Mittel um 5,62 kg gesunken und bei intensivierter Insulintherapie um 2 kg gestiegen. Die Verbesserungen des Blutzuckers unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht statistisch signifikant.
Verglichen wurden Behandlungsstrategien: Die behandelnden Fachkräfte passten auch Insulin und andere Diabetesmedikamente an. Der Gewichtsunterschied lässt sich deshalb nicht allein Liraglutid zuschreiben.
Leichte Unterzuckerungen berichteten 11,9 % gegenüber 31,0 %. Unerwünschte Ereignisse insgesamt waren mit Liraglutid jedoch häufiger: 57,1 % gegenüber 33,3 %, insbesondere Verdauungsbeschwerden. Schwere Unterzuckerungen betrafen niemanden in der Liraglutid-Gruppe und zwei Personen in der Vergleichsgruppe.
Die kurze, unverblindete Studie schloss sechs aufgenommene Personen aus den berichteten Ergebnissen aus. Sie belegt weder langfristige Ergebnisse noch eine Regel zur Insulinanpassung. Chinesische nationale Forschungsgelder unterstützten sie; die Autoren erklärten, keine Interessenkonflikte zu haben.
Eine feste Wirkstoffkombination zur Diabetesbehandlung
DUAL II China untersuchte einen anderen Ansatz: Insulin degludec und Liraglutid in einer gemeinsamen Injektion. 453 Erwachsene, deren Typ-2-Diabetes mit Basalinsulin und Metformin nicht ausreichend eingestellt war, wurden randomisiert.
Nach 26 Wochen wurde die Gewichtsveränderung unter der Kombination auf eine Abnahme von 0,7 kg geschätzt, gegenüber einer Zunahme von 0,4 kg unter Degludec allein. Auch die Blutzuckereinstellung verbesserte sich unter der Kombination stärker. Das war ein kleiner Gewichtsunterschied in einer Diabetesstudie, kein Test der Liraglutid-Dosis von 3 mg zur Gewichtsregulierung.
Unter der Kombination traten weniger bestätigte oder schwere Unterzuckerungen auf, aber mehr unerwünschte Ereignisse im Magen-Darm-Bereich. Jeweils zwei Personen pro Gruppe brachen die Behandlung wegen unerwünschter Ereignisse ab.
In beiden Gruppen galt eine Obergrenze für die Insulindosis. Das begrenzt den Vergleich mit einer uneingeschränkten Insulinanpassung. Fehlende Messwerte wurden durch den jeweils zuletzt dokumentierten Wert ersetzt. Fast 95 % schlossen die Studie ab.
Novo Nordisk finanzierte die Studie und Unterstützung beim Verfassen des Manuskripts; mehrere Autoren waren Beschäftigte oder Anteilseigner des Unternehmens. Zur Studie.
Quellen
Pei and colleagues, Diabetes, Obesity and Metabolism, 2021 (PMID 34387411)
Li and colleagues, Cardiovascular Diabetology, 2012 (PMID 23153177)