Die wichtigste Erkenntnis
Der experimentelle Wirkstoff verbesserte in einer Diabetesstudie Gewicht und Blutzuckerwerte. Viele Teilnehmende brachen die Behandlung jedoch ab. Die Entwicklung wurde später eingestellt.
Was wurde untersucht?
Die Forschenden teilten 834 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas und Typ-2-Diabetes, die Metformin einnahmen, zufällig Cotadutid, Liraglutid oder Placebo zu. Blutzucker und Gewicht waren nach 14 Wochen die koprimären Endpunkte; die weitere Nachbeobachtung lief bis Woche 54. Der Vergleichsarm mit Liraglutid war unverblindet.
Cotadutid-Dosierungen zusammengefasst; Abschluss unabhängig vom Abbruchgrund, keine Rate unerwünschter Ereignisse
Eigene Grafik auf Grundlage der Studie.
| Gruppe oder Messgröße | Ergebnis |
|---|---|
| Cotadutid, zusammengefasst | 458 / 612 (74,8 %) |
| Liraglutid 1,8 mg | 103 / 110 (93,6 %) |
| Placebo | 91 / 112 (81,3 %) |
Was hat sich verändert?
Nach 54 Wochen hatte die Gruppe mit täglich 300 Mikrogramm Cotadutid eine um 4,34 Prozentpunkte stärkere Gewichtsabnahme als Placebo; bei täglich 1,8 mg Liraglutid betrug der Unterschied zu Placebo 2,65 Punkte. Das sind Unterschiede gegenüber Placebo, keine Gesamtverluste der einzelnen Gruppen und kein direkter Unterschied zwischen den Wirkstoffen. Die spätere Per-Protocol-Analyse schloss Personen aus, die den Studienwirkstoff absetzten oder wesentliche Protokollverletzungen hatten. Fehlende Daten wurden durch den letzten verfügbaren Messwert ersetzt.
Warum der Behandlungsabschluss wichtig ist
Der Anteil mit abgeschlossener Behandlung unterschied sich zwischen den Gruppen. Diese Zahlen erfassen alle Abbruchgründe, nicht nur unerwünschte Ereignisse, und belegen keine vergleichende Sicherheit. Magen-Darm-Ereignisse waren unter Cotadutid häufiger. Unterschiedliche Abbruchraten und der unverblindete Vergleichsarm erschweren die Interpretation. AstraZeneca finanzierte die Studie und wirkte an Durchführung und Berichterstattung mit.
Wie ist die Studie heute einzuordnen?
Cotadutid gehört zur Entwicklungsgeschichte kombinierter Hormonansätze. AstraZeneca berichtete später von einer strategischen Entscheidung, die Entwicklung einzustellen. Diese Entscheidung allein belegt weder einen Schaden noch eine allgemeine Unbedenklichkeit.
Quellen
Nahra and colleagues, Diabetes Care, 2021